Quer durch´s Mittelmeer

...denn es gibt ein Leben jenseits eines Motorrad-Sattels!


20.05.2018 / 1. Seetag und Ankunft KORSIKA

Während auf Korsika gerade ein wahnsinniges Gewitter mit einem Temperatursturz hernieder geht und ich ein bisschen Mitleid mit den Sandalen und kürzesten Tops Marke „Schnürsenkel“ bewehrten Mitreisenden habe, die gerade die Insel erkunden…mach ich mich also „well prepared“ an Bord geblieben, daran, ein paar Gedanken zu Papier zu bringen. Wahnsinn! Was für ein Satz! Mein Deutsch LK Lehrer würde entgegen seiner Meinung von mir in der Schulzeit…Stolz auf mich sein! Nicht wa...hr Herr Koopmann!?
Also…warum gibt es Kreuzfahrten und wer macht eigentlich so etwas freiwillig!?
Warum also?...keine Ahnung…angeblich soll Columbus der erste Kreuzfahrtveranstalter gewesen sein, naja…Erik der Rote dem warˋs ja auch zu langweilig daheim. Mist…also…die Kreuzfahrtliebe riecht offenbar lange zurück und so lange haben wir alle gerade keine Zeit.
…und wer macht so etwas? Diese Frage ist schnell zu beantworten! Deutschland ist die fleißigste Kreuzfahrtnation auf der Welt mit einem deutlichen Ost-West Gefälle! Naja…bei Rügen war ja damals Schluß! 
Ich also als bekennender Menschenfeind bin nun Mitten unter ihnen und jeden Morgen schaue ich im Spiegel auf meine Stirn, erleichtert, dass man es mir offenbar nicht ansieht.
Trotzdem…ich fühle mich wohl! Ich lasse „die“ in Ruhe und DIE machen das Beste für den Schiffsfrieden, „sie lassen mich in Ruhe“! So schippern wir in gelassener Kreuzfahrtmanier dahin und beglückwünschen uns, dass der Bauch jeden Morgen ein bisschen dicker geworden ist!
HERRLICH!

Heute hat uns unser italienischer Kapitän…nein! Nicht auf ein einem Felsen bei „Gilio“, sondern auf Korsika sicher abgesetzt.
Hier ein paar Impressionen der Ankunft und meinen fast 4 Stunden am Heck des Schiffes, wo ich recht alleine der großen Seenotübung der Besatzung zusehen konnte, was phasenweise wie ein „Rettungsboote-Ballett“ ausgeschaut hat!...


22.05.2018 ROM
„Der Sinn des Reisens besteht darin, unsere Phantasien durch die Wirklichkeit zu korrigieren. Statt uns die Welt vorzustellen, wie sie sein könnte, sehen wir sie, wie sie ist!“ (Samuel Johnson)
ICH war es, der immer missbilligend den Kopf über Pauschalreisende geschüttelt hat, wie sie in langen, raupenartigen Schlangen entlang von Sehenswürdigkeiten geschleust werden ohne nur eine Minute selbständig verweilen zu dürfen.
…und in genau so einer Schlange fand ich ...mich gestern selbst…manchmal böse Flüche in mich reinmurmelnd…wieder! Aber UNSERE Raupenschlange war nicht die einzige, sie war ein von vielen, was das Problem nicht lösbarer machte.
So kann ich heute voller Stolz behaupten, in Rekordzeit ohne nennenswerte körperliche Blessuren abgesehen von elefantösen Plattfüssen, ROM zu „kennen“ und zu wissen, was es für die Schnappatmung bedeutet, wenn auf der Hinfahrt die Klimaanlage nur durch einen Fußtritt in Gang kommt, der auf der Rückfahrt aber nicht mehr ausreicht.
Trotzdem…es war herrlich, alles aus dem Geschichts- und Lateinunterricht mal live zu sehen!


23.05.2018 LIVORNO / PISA
Von „M“armor und „M“enschen…von „T“ürmen und „T“ouristen:
Am Morgen des 23.05. hat uns unser italienischer Kapitän sicher in LIVORNO mit einem gekonnten Rückwärts-Einparkmanöver, bei dem jeder Paketdienstfahrer neidisch werden würde, abgesetzt.
LIVORNO liegt nur einen Katzensprung von PISA entfernt, so das sich das Ausflugsziel des Tages selbst definierte.
Wie immer perfekt organisiert, warteten die Busse nebst Reiseleiterin nahe der Gangway des Schiffes... und kutschierten uns diesmal wohl klimatisiert durch eine große Ebene, die früher einen stechmückengeplagte Sumpflandschaft war, in Richtung PISA.
PISA liegt bekanntlich in der Toskana und wer eine Fahrt durch liebliche Hügel entlang Wein- und Olivenhainen erwartet hat, wurde enttäuscht. Die Toskana beinhaltet ein Dreieck, was eben dieses NICHT zu bieten hat und genau dieses Dreieck durchfuhren wir. Es ging durch wenig malerische Dörfer, entlang einer riesigen, amerikanischen Airbase und den Fluss „ARNO“, der hier als sehr dreckig und unheilbringend gilt, glaubt man den Worten der Reiseführerin. Haken hinter!...KANN ICH NUR BESTÄTIGEN!
In PISA angekommen war die Überraschung groß, denn der Platz auf dem der berühmte „schiefe Turm“ steht, der übrigens in seiner „Schiefheit“ nur durch den Glockenturm der Kirche im ostfriesischen Suhrhuusen übertroffen wird (!), also es steht hier nicht nur der Turm, sondern der Platz wird bereichert durch eine wunderschöne Basilika, die im Ensemble mit einer genauso schönen Taufkirche steht, die eigens gebaut wurde, um DIE zu taufen, die es nicht sind. Denn nur getauft durfte man im Mittelalter die Basilika betreten!
Eine Anmerkung noch zu der hübschen Dame im Hosenanzug mit dem Lorbeer Kranz in den Haaren: In PISA befindet sich eine große Universität und wer die Doktorwürde erlangt hat, bekommt eben diesen Kranz und feiert es hier sehr würdevoll!


25.05.2018 / BARCELONA